Eigentlich will ich nur festhalten, dass nachdem der Alltag zusammengebrochen ist wieder Alltag herrscht und es ist ein guter, spannender und abwechslungsreicher Alltag. Meine größte Angst war es als verbitterte alte Funzel einsam und alleine zu sterben und irgendwann, wenn's schon gar nicht mehr stinkt, vollkommen skeletiert im Plastiksack aus der Wohnung verfrachtet werde. Naja, passiren kann das ja noch immer, aber glücklicherweise bin ich mittlerweile so vernünftig und egoistisch, dass ich einfach vor die Tür gehe und andre Leute anstatt mich selbst nerve. Gute Entscheidung, kann ich nur empfehlen! Noch ein Tipp: Ja sagen ohne Ende! Zu allem zu jedem. Ja zum Leben, ja zu jedem Blödsinn, ja zu Alkohol in Proletenspelunken (interessante neue Bekanntschaften...), ja zum Hartnäckig sein und sich nicht zurückschlagen lassen. Und machen, was einem gerade in den Sinn kommt. Einfach raus lassen, raus gehen. Ja das hat alles unheimlich gut getan und irgendwann war es als wäre ich aus einem Traum erwacht. Einem schönen Traum, aber die Realität ist doch noch schöner, irgendwie. Jedenfalls habe ich noch vor wenigen Wochen
nein zum Leben und
ja zur Couch gesagt und ich empfand die Couch wirklich extrem flauschig, wir flirteten heiß und es bahnte sich was an. In einigen Monaten wären wir wohl miteinander auf ewig verschmolzen. Nicht was Sie meinen, ich meine mein Arsch hätte über kurz oder lang die Form der Couch angenommen und wir wären auf ewig miteinander vereint gewesen (siehe Skelett im Leichensack weiter oben). Jedenfalls kommt es immer anders als wie man denkt und dann kommt es eh anders. Ganz anders und das ist schön, denn sonst wäre es langweilig.
Es gab mal eine Zeit da hatte ich Angst vor dem Leben. Vor wirklich allen Aspekten des Lebens und ich hab mich dann schon mal ziemlich weit rausgetraut und bin mal vor die Tür gegangen bis es dann
Bumm gemacht hat. Sie gab mir im wahrsten Sinne des Wortes einen Tritt in den Arsch und setzte mich vor die Tür. Lustig, denn die böse kalte Welt ist zwar böse und im Moment auch extrem kalt, aber lieber böse und kalt als das nichts. Nichts gehört zu den schlimmsten Worten überhaupt. Zum Beispiel: "Womit habe ich das verdient, ich habe nichts getan." . Die Kernaussage dieser Frage ist nicht womit man das verdient hat, sondern, dass man nichts getan hat. Nichts tun, versemmeln, aus Angst rumgurken, bis es einem die Senfkörner in die Augen treibt, etwas schlimmeres kann es im Leben gar nichht leben, das hat nichts mit Leben zu tun, das ist eine permanent anhaltende Nahtoterfahrung. Das Licht am Ende des Tunnels permanent vor Augen, aber Angst darauf zuzugehen. Da nützt nicht mal der Defi mehr was. Da hast im wahrsten Sinne des Wortes ausgschissn, wenn nicht aus der nichts-Schleife aussteigst. Nichts ist einfach nichts, so gar nichts eingentlich, das ist nur dumpfes Pochen und warten, das etwas passiert, aber das Leben läuft nicht so. Es klopft nicht an die Tür und sagt "Geh komm, lass uns spielen!". Das Leben ist a ganz hintertükische Sau, so a Wahrsagerfufn vom Jahrmarkt, die dir nur das Geld aus den Taschen ziehen will. Die musst du über den Tisch ziehen, sonst bist du nur der zweitbeste und das Glück kannst dir in die Haare schmieren. Ich weiß, eine unheimlich tiefsinnige Weisheit auf die die Welt nur gewartet hat, aber das sind die Lektionen der letzten Monate. Drum Ja zu allem und nicht überlegen. Es kommt eh wie es kommen muss.

sokipan - 8. Feb, 22:03
Zwei Jahre später suche ich diesen Weblog wieder auf, da ich wieder ein Ventil brauche. Einen Ort wo ich einfach nur raussschreien kann, was mir auf der Seele brennt, denn es ist unerträglich.
Anfangs tat es weh, dann fühlte ich Gleichgültikeit, etwas später war es eine Verärgerung und nun regieren Wut und Zorn. Ich fühle mich betrogen und verarscht. Aussortiert und abgeschoben.
Ich hätte nie gedacht, dass ich so wütend und zonig sein kann und solche hassgefühle in mir entstehen können, aber es ist passiert. und ich hasse mich selbst, weil ich noch immer liebe und es nicht einfach abstellen kann. ich jemanden liebe der vorgibt mich nicht zu lieben und nichts mehr mit mir zu tun haben will. entliebt... was für ein unwort. war da überhaupt etwas? habe ich mich zwei lange jahre lang an der nase herumführen lassen? war ich blind vor liebe? ich muss nach vorne sehen, aber immer wieder denke ich zurück an glückliche momente, schöne erlebnisse; waren sie es für dich auch?
oh wie ich hasse, welch wut, welch zorn, welch nicht enden wollender schmerz. du hast mein herz in scheiben geschnitten, mir meinen verstand geraubt. ich verstehe nicht warum. sag, warum? warum tust du das alles? macht das spaß? oder bist du zum schluss krank? was ist da kaputt?
so viele schlimme wörter in meinem kopf, ich lass sie noch ein wenig nachhallen.
sokipan - 17. Jan, 23:06
Dass ich im Ungang mit Wandfarben nicht sehr erprobt bin, durfte ich heute wieder einmal unter Beweis stellen. Nach 15 Minuten Arbeit sah ich aus, als ob ich die Granatenspritzausmaltechnik angewandt hätte:
Haare: Weiß eingefärbt.
Kleidung: Vorne komplett weiß.
Wand: Auch weiß.
Eigentlich war alles weiß.
Und ja, es hinterlässt Spuren, wenn man sich an eine frisch gestrichene Wand lehnt!
Den Kampf mit dem grellen Orange meiner Vorgängerin scheine ich noch nicht ganz gewonnen zu haben. Mittlerweile bin ich bei Schicht zwei angelangt. Morgen früh, wenn alles komplett abgetrocknet ist, wird sich zeigen, ob ich noch mal die Rolle schwingen darf. Bevor ich die Wohnung verließ, war die Wand jedenfalls zart Rosa, na wenigstens etwas.
Und an meine liebe Vormieterin: Wenn du die Wände schon mit knalligen Farben verschandeln musst, kleb doch nächstes mal die Steckdosen und Lichtschalter ab, auch die Sesselleisten freuen sich, wenn sie nicht mit Pink (kam unter dem Orange zum vorschein) oder Orange besudelt werden. Ich habe heute nämlich eine Stunde lang erst sämtliche Panele von der Wand gestemmt und anschließend von fetten Farbschichten befreien müssen, die Farbe war per Kapilarwirkung sogar bis in die hintersten Ecken der Steckdosen gedrungen. Wirklich unprofessionel, sogar ich klebe alles ab, bevor ich die Granate im Farbkübel detonieren lasse.
Morgen wird noch die Küche und die Ankleide geweißelt und dann kann ich endlich wohnen! Obwohl... mir fällt gerade ein, dass Möbel auch noch eine echt tolle Sache wären!
sokipan - 1. Mrz, 20:43
Seit gestern bin ich nun Besitzerin einer "Startbox Tillaga" und "60 x Startbox Plus". Hinzu kommen noch eine Reibe, ein Schneebesen, eine Pfeffermühle, 3 Gewürzbehälter, ein Besteckkorb, 8 Kleiderbügel, eine Geschirrschrubbürste und ein Siemens Staubsauger.
Mein Überleben ist fürs erste garantiert!
Die nächsten sieben Tage werde ich nun also zwischen Umzugskartons und Ikeakartons verbringen.
Und irgendwann wird auch der ganze andere Krempel kommen, den ich über das Internet bestellt habe und dann werde ich Tage, Wochen, wenn nicht sogar Jahre mit Möbel aufbauen verbringen. Huch, ich bekomme schon wieder eine Gänsehaut. Es geht alles so wahnsinnig schnell.
sokipan - 24. Feb, 11:44
Wieder einmal kann ich nicht schlafen, weil ich so hohes Fieber habe. Mittlerweile sehe ich nur noch blau und gelb, stammle in Fieberträumen divuse Begriffe wie "Karlstadt", "Billy" und "Molger". Ob ich jemals wieder geheilt werde?
Es ging alles ganz schnell, eben typisch für mich.
Letzten Dienstag betrat ich Sie: DIE Wohnung: gemütlich, bezahlbar, gut eingeteilt, Badewanne, mitten im Zentrum der Stadt und vor allem: unheimlich gemütlich. Der Mietvertrag wird am Montag unterzeichnet. Ab ersten März ist es endlich geschafft: Die eigene Wohnung, auf die ich nun schon so lange so sehnsüchtig warte.
Das das wirklich alles passiert, dass das real ist, werde ich wohl erst in dem Moment begreifen können, wenn ich die Türe hinter mir schließe und alleine mit ihr bin: Meiner ersten eigenen Wohnung. YEA
sokipan - 23. Feb, 01:13
Ich bin heute so müde...
Meine Klause ist auf Hochglanz poliert.
Der Teppich wurde von sämtlichen unbekannten Schmutzpartikeln befreit.
Die Wäsche wurde aufgewaschen, getrocknet, gebügelt, gefaltet und ordentlich im Schrank verstaut.
Alle E-Mails der letzten Woche wurden beantwortet.
Ein Termin für eine Wohnungsbesichtigung wurde vereinbart.
Zwei Stunden trainiert.
Heiß gebadet.
Meine Freunde versetzt, weil ich den Bus verpasst habe (Ich wohn im Dorf und hab kein Auto und außerdem ist Samstag).
Sich aus Frust einer Fressorgie hingegeben.
Und jetzt schmeiß ich noch ne Kopfwehtablette ein, damit dieses Hämmern endlich aufhört und kuschel mich anschließend in mein frisch bezogenes Bett.
So eine produktiven Samstag hatte ich schon lange nicht mehr und das alles nur weil ich mich ablenken musste. Ablenken, damit ich mir meiner Dummeheit nicht bewusst werde. Manchmal bin ich so ein Idiot...*seufz*
Ich bin stark dafür, dass mehr Forschungsgelder für die Entwicklung eines funktionstüchtigen Beamers (also ein Teleporter) bereitgestellt werden. Das wäre eine feine Sache!
sokipan - 16. Feb, 21:40
Letzte Woche wurde eine Arbeitskolegin pensioniert. An und für sich ja einer jener Anlässe bei denen dann mehr gefeier als gearbeitet wird. Es waren sehr ergreifende Momente, als sie ihr Pensionsgeschenk auspackte und dann die Dämme brachen und sie sich bis zu ihrem Abgang (eine Stunde später) nicht mehr schließen ließen. Ja, sie hörte einfach nicht mehr auf zu weinen, aber nicht vor Glück, sondern weil in diesem Moment der Tag X eingetreten war.
Der letzte Abschnitt ihres Lebens war angebrochen und es gab niemanden, mit dem sie diese Zeit nun teilen konnte. Keinen Partner, keine Familie. Nur halbseitig gelähmte Freunde.
Als ich über diesen, ihren, Zustand nachdachte wurde mir ganz anders und in meinem Nacken standen die Haar zu Berge: Mir könnte rein theoretisch das selbe passieren. Die Unfähigkeit eine Familie zu gründen, sei es in diesem, meinem, Fall die Unfruchtbarkeit, äh nein, die Unfähigkeit Kinder zu zeugen bringt es eher auf den Punkt, könnte eines Tages dafür verantwortlich sein, dass ich einsam und alleine sterbe und erst Wochen, wenn nicht Monate nach meinem Tod in meiner verwarlosten Wohnung aufgefunden werde. Wahrscheinlich, weil die Nachbarn sich über den Gestank wundern oder weil der Briefkasten überquillt. Wer weiß...
Und doch sind diese Gedanken vollkommen überflüssig, weil es da jemanden gibt, der mich sehr liebt und den ich sehr liebe und ich nun auf einmal fähig bin es einfach zuzulassen. Die Gefahr, dass ich also alleine sterbe ist also viel geringer als noch vor einem halben Jahr, egal was kommt.
Trotzdem: Ihr Anblick wirkte auf mich völlig verstörend. Ein Mensch lebt für seine Arbeit, ist Abenteuer- und Reiselustig und ist aber völlig auf sich alleine gestellt. Hat keinen Rückhalt, keine Familie. Keinen Menschen, der einfach nur mal da ist, weil er gebraucht wird. Es war ein Gräuel. Niemals mehr möchte ich so leben müssen, vor allem in diesem Alter. Wenn schon keine Famile, dann doch eine Partnerschaft, die es in sich hat.
Seltsam, wie schnell man sich an so manche Sachen gewöhnt und nie mehr missen möchte.
sokipan - 2. Feb, 23:04
Oh ich liege im Sterben. Ich spüre wie sich mein Körper auf das nahende Ende einstellt und der nicht mehr auzuhaltende Verfall sich Stunde für Stunde nähert. *röchel*
Warum gibt es denn keinen Arzt auf dieser Welt, der mein grausames Leiden mildern könnte. OH OH OH *rotz*
Ich bin doch noch viel zu jung um zu sterben, warum immer ich... warum warum warum.... nur ich... *snief*
Jaja, die Grippe hat mich mal wieder erwischt und nun bin ich schon drei Tage im Krankenstand und langweile mich in meinem Bett zu tode. Ich hasse es krank zu sein. Erinnert mich irgendwie an die altzen Zeiten, als ich Joblos daheim durch das Haus schlurfte und mich selbst bemitleidete.
Die verordneten Medikamente bringen rein gar nichts. Der Nasenspray ist wohl eher ein Pfefferspray, denn meine Nase scheint sich in einem roten Feuerall aufzulösen. Und überhaupt und sowieso: Das ist eine psychisch bedingte Grippe. Mein Fieber und meine Kotzkrämpfe sind Ausdruck meiner Geheimniskrämerei. HA! So ein Blödsinn.
Ich fang jetzt an stricken, diese Langeweile ist ja nicht auszuhalten. Ne Mütze oder so, wird eh bald Frühling. Oder Wollunterwäsche, die kratzt dann so schön... egal.
So, nun bette ich mich in meinem Sterbebett wieder zurecht, nicht dass mich die Krankenkassenpatrolie noch vor dem Computer erwischt. *rotz* *hust* *snief* *spuder*
sokipan - 1. Feb, 15:34