Dass ich im Ungang mit Wandfarben nicht sehr erprobt bin, durfte ich heute wieder einmal unter Beweis stellen. Nach 15 Minuten Arbeit sah ich aus, als ob ich die Granatenspritzausmaltechnik angewandt hätte:
Haare: Weiß eingefärbt.
Kleidung: Vorne komplett weiß.
Wand: Auch weiß.
Eigentlich war alles weiß.
Und ja, es hinterlässt Spuren, wenn man sich an eine frisch gestrichene Wand lehnt!
Den Kampf mit dem grellen Orange meiner Vorgängerin scheine ich noch nicht ganz gewonnen zu haben. Mittlerweile bin ich bei Schicht zwei angelangt. Morgen früh, wenn alles komplett abgetrocknet ist, wird sich zeigen, ob ich noch mal die Rolle schwingen darf. Bevor ich die Wohnung verließ, war die Wand jedenfalls zart Rosa, na wenigstens etwas.
Und an meine liebe Vormieterin: Wenn du die Wände schon mit knalligen Farben verschandeln musst, kleb doch nächstes mal die Steckdosen und Lichtschalter ab, auch die Sesselleisten freuen sich, wenn sie nicht mit Pink (kam unter dem Orange zum vorschein) oder Orange besudelt werden. Ich habe heute nämlich eine Stunde lang erst sämtliche Panele von der Wand gestemmt und anschließend von fetten Farbschichten befreien müssen, die Farbe war per Kapilarwirkung sogar bis in die hintersten Ecken der Steckdosen gedrungen. Wirklich unprofessionel, sogar ich klebe alles ab, bevor ich die Granate im Farbkübel detonieren lasse.
Morgen wird noch die Küche und die Ankleide geweißelt und dann kann ich endlich wohnen! Obwohl... mir fällt gerade ein, dass Möbel auch noch eine echt tolle Sache wären!
sokipan - 1. Mrz, 20:43
Seit gestern bin ich nun Besitzerin einer "Startbox Tillaga" und "60 x Startbox Plus". Hinzu kommen noch eine Reibe, ein Schneebesen, eine Pfeffermühle, 3 Gewürzbehälter, ein Besteckkorb, 8 Kleiderbügel, eine Geschirrschrubbürste und ein Siemens Staubsauger.
Mein Überleben ist fürs erste garantiert!
Die nächsten sieben Tage werde ich nun also zwischen Umzugskartons und Ikeakartons verbringen.
Und irgendwann wird auch der ganze andere Krempel kommen, den ich über das Internet bestellt habe und dann werde ich Tage, Wochen, wenn nicht sogar Jahre mit Möbel aufbauen verbringen. Huch, ich bekomme schon wieder eine Gänsehaut. Es geht alles so wahnsinnig schnell.
sokipan - 24. Feb, 11:44
Wieder einmal kann ich nicht schlafen, weil ich so hohes Fieber habe. Mittlerweile sehe ich nur noch blau und gelb, stammle in Fieberträumen divuse Begriffe wie "Karlstadt", "Billy" und "Molger". Ob ich jemals wieder geheilt werde?
Es ging alles ganz schnell, eben typisch für mich.
Letzten Dienstag betrat ich Sie: DIE Wohnung: gemütlich, bezahlbar, gut eingeteilt, Badewanne, mitten im Zentrum der Stadt und vor allem: unheimlich gemütlich. Der Mietvertrag wird am Montag unterzeichnet. Ab ersten März ist es endlich geschafft: Die eigene Wohnung, auf die ich nun schon so lange so sehnsüchtig warte.
Das das wirklich alles passiert, dass das real ist, werde ich wohl erst in dem Moment begreifen können, wenn ich die Türe hinter mir schließe und alleine mit ihr bin: Meiner ersten eigenen Wohnung. YEA
sokipan - 23. Feb, 01:13
Ich bin heute so müde...
Meine Klause ist auf Hochglanz poliert.
Der Teppich wurde von sämtlichen unbekannten Schmutzpartikeln befreit.
Die Wäsche wurde aufgewaschen, getrocknet, gebügelt, gefaltet und ordentlich im Schrank verstaut.
Alle E-Mails der letzten Woche wurden beantwortet.
Ein Termin für eine Wohnungsbesichtigung wurde vereinbart.
Zwei Stunden trainiert.
Heiß gebadet.
Meine Freunde versetzt, weil ich den Bus verpasst habe (Ich wohn im Dorf und hab kein Auto und außerdem ist Samstag).
Sich aus Frust einer Fressorgie hingegeben.
Und jetzt schmeiß ich noch ne Kopfwehtablette ein, damit dieses Hämmern endlich aufhört und kuschel mich anschließend in mein frisch bezogenes Bett.
So eine produktiven Samstag hatte ich schon lange nicht mehr und das alles nur weil ich mich ablenken musste. Ablenken, damit ich mir meiner Dummeheit nicht bewusst werde. Manchmal bin ich so ein Idiot...*seufz*
Ich bin stark dafür, dass mehr Forschungsgelder für die Entwicklung eines funktionstüchtigen Beamers (also ein Teleporter) bereitgestellt werden. Das wäre eine feine Sache!
sokipan - 16. Feb, 21:40
Letzte Woche wurde eine Arbeitskolegin pensioniert. An und für sich ja einer jener Anlässe bei denen dann mehr gefeier als gearbeitet wird. Es waren sehr ergreifende Momente, als sie ihr Pensionsgeschenk auspackte und dann die Dämme brachen und sie sich bis zu ihrem Abgang (eine Stunde später) nicht mehr schließen ließen. Ja, sie hörte einfach nicht mehr auf zu weinen, aber nicht vor Glück, sondern weil in diesem Moment der Tag X eingetreten war.
Der letzte Abschnitt ihres Lebens war angebrochen und es gab niemanden, mit dem sie diese Zeit nun teilen konnte. Keinen Partner, keine Familie. Nur halbseitig gelähmte Freunde.
Als ich über diesen, ihren, Zustand nachdachte wurde mir ganz anders und in meinem Nacken standen die Haar zu Berge: Mir könnte rein theoretisch das selbe passieren. Die Unfähigkeit eine Familie zu gründen, sei es in diesem, meinem, Fall die Unfruchtbarkeit, äh nein, die Unfähigkeit Kinder zu zeugen bringt es eher auf den Punkt, könnte eines Tages dafür verantwortlich sein, dass ich einsam und alleine sterbe und erst Wochen, wenn nicht Monate nach meinem Tod in meiner verwarlosten Wohnung aufgefunden werde. Wahrscheinlich, weil die Nachbarn sich über den Gestank wundern oder weil der Briefkasten überquillt. Wer weiß...
Und doch sind diese Gedanken vollkommen überflüssig, weil es da jemanden gibt, der mich sehr liebt und den ich sehr liebe und ich nun auf einmal fähig bin es einfach zuzulassen. Die Gefahr, dass ich also alleine sterbe ist also viel geringer als noch vor einem halben Jahr, egal was kommt.
Trotzdem: Ihr Anblick wirkte auf mich völlig verstörend. Ein Mensch lebt für seine Arbeit, ist Abenteuer- und Reiselustig und ist aber völlig auf sich alleine gestellt. Hat keinen Rückhalt, keine Familie. Keinen Menschen, der einfach nur mal da ist, weil er gebraucht wird. Es war ein Gräuel. Niemals mehr möchte ich so leben müssen, vor allem in diesem Alter. Wenn schon keine Famile, dann doch eine Partnerschaft, die es in sich hat.
Seltsam, wie schnell man sich an so manche Sachen gewöhnt und nie mehr missen möchte.
sokipan - 2. Feb, 23:04
Oh ich liege im Sterben. Ich spüre wie sich mein Körper auf das nahende Ende einstellt und der nicht mehr auzuhaltende Verfall sich Stunde für Stunde nähert. *röchel*
Warum gibt es denn keinen Arzt auf dieser Welt, der mein grausames Leiden mildern könnte. OH OH OH *rotz*
Ich bin doch noch viel zu jung um zu sterben, warum immer ich... warum warum warum.... nur ich... *snief*
Jaja, die Grippe hat mich mal wieder erwischt und nun bin ich schon drei Tage im Krankenstand und langweile mich in meinem Bett zu tode. Ich hasse es krank zu sein. Erinnert mich irgendwie an die altzen Zeiten, als ich Joblos daheim durch das Haus schlurfte und mich selbst bemitleidete.
Die verordneten Medikamente bringen rein gar nichts. Der Nasenspray ist wohl eher ein Pfefferspray, denn meine Nase scheint sich in einem roten Feuerall aufzulösen. Und überhaupt und sowieso: Das ist eine psychisch bedingte Grippe. Mein Fieber und meine Kotzkrämpfe sind Ausdruck meiner Geheimniskrämerei. HA! So ein Blödsinn.
Ich fang jetzt an stricken, diese Langeweile ist ja nicht auszuhalten. Ne Mütze oder so, wird eh bald Frühling. Oder Wollunterwäsche, die kratzt dann so schön... egal.
So, nun bette ich mich in meinem Sterbebett wieder zurecht, nicht dass mich die Krankenkassenpatrolie noch vor dem Computer erwischt. *rotz* *hust* *snief* *spuder*
sokipan - 1. Feb, 15:34
Also i han mr dänkt, dass es viellicht gar nät schleacht isch, wenn i in zukunft nur noch dialekt schrieb. OK, s' CIA wird den ge boda bald do mitleasa, weil se allemanisch jo als abhörsichere sproch verwendn, wia mol do ums eck onr behauptat hot, därs ziamlich oft mol rauchn lost, und dia wörn denn wohl nächtelang drüb nochdenka, was i mit minra komischa beiträg moan und 's net verstoh, aber des wär denn halt wohl min beitrag zum us-amerikanischa arbeitslosaproblem. sozusäga vorarlbegerisch schützt amerikaner davor, dass se fürn freia arbeitsmarkt freigsetzt wörn.
nojo uf jeden fall bin i dr moanig, dass i mi lang knuag apasst han und hochdütsch gschwätzt hon. es isch endlich an dr zit, dass sich da rescht dr dütschsprochiga wealt bäck tu se ruts begibt und isiat, dass dia deppate lautverschiabung rein gar nix brocht hot. außr m dudnverlag, der hot nämlich durch dia permanenta reachtschriebreforma unheimlich profitiert und allpot mol wiedr a neue uflag uf an markt pfäffrt und sich so a goldige nasa verdiant. es wär also sogar an total antikapitalistischa zug, wenn ihr da dussa lerna würdn warum es zum beispiel drei verschiedene forma vo "nichts" gibt, nämlich nüd, nix und näd und des isch no gar nät als, denn je noch usprägig vom dialekt kann des "nichts" no viel me forma ha. also "nichts" isch definitiv nät nix, sondrn a hochkomplexe sach. des hoast also, dass jedr, der v'suacht vorarlbergerisch zum learna löst sich net nur vo da fessln des dudnverlags und da schwierigkeit dr neua deppata äh deutsch rechtschreibung, na er tuat oh no epas für sine graua zälla und des oh no ganz g'waltig.
also i find, dass des jetzt doch scho a ganze reia vo guata argumente warn. also richtig pro vorarlberg, odr?
i freu mi scho ufs nöchschte mol, wenn i mit eu zem erläutra will warum dia vom see seebrünzlar sind und dia us am muntafu als klaun was net niat und naglfescht isch. i wörn scho no säacha was für a tolle sproch des isch und wia toll und uzwunga ma damit schwätza ka.
Machn's guat und blib'nd subr!
Eure neue Sprochlehrerin für Vorlbergerisch - nätschuräl spiking für afängr.
sokipan - 22. Jan, 21:29
Bevor ich mich zu Bett gehe...
WAHNSINN.
Vorarlberg ist seit diesem Wochenende anders.
Ach ja: Man ahnt es schon, auch dieser Blog werwaist langsam aber sicher, schuld ist ein kleines schwarzes Buch.
Wie fühlt sich eigentlich eine Bronchitis an?
sokipan - 20. Jan, 22:20