Freundschaftswerte
Gestern ging unser allsemesterliches "Mit P. Bier am Nachmittag trinken, wenn er mal wieder im Lande ist" von statten. Wie immer war es einfach nur schön mit ihm im Café zu sitzten und sich über Gott und die Welt zu unterhalten. Er ist der einzige Freund, der mir aus meiner Jugendzeit noch geblieben ist. Vielleicht weil er eben auch ein wenig anders und besondern ist und das Leben nicht auf Alltäglichkeiten reduziert.
Irgendwann nach dem vierten Bier, ich schon merklich angetrunken, meinte er, dass es doch schön wäre am Abend mit dem fünften Bier weiter zu machen. Gesagt getan, um neun Uhr stand ich wieder dort, wo ich vor zwei Jahren aufgehört hatte:
Im alten Stammlokal, zusammen mit Menschen, die ich früher als meine Freunde bezeichnet hatte und die ich seit auch genau zwei Jahren nicht mehr gesehen hatte.
Nach einer Stunde war mir klar, dass sich nichts, aber auch überhaupt gar nichts verändert hatte. Noch immer lag in keinem einzigen Wort auch nur ein Körnchen Tiefgang. Noch immer starrten sie auf die verdreckte Glasplatte des Tischfußballtisches, kippten ihre Biere und sprachen nichts. Ein Flashback der Superlative. Später am Abend, als ich mit Leuten redete, die ich eigentlich nicht kannte und P. mich fragte, ob sich etwas verändert hat (er selbst ist ja wie gesagt auch nur alle paar Monate zu Gast) konnte ich ihm keine klare Antwort geben. Sie hatten sich definitiv nicht verändert. Alles war beim alten geblieben.
Als ich dann später wieder in meinem Bett lag und diesen grauenvollen Abend Revué passieren lies, wurde mir wieder bewusst, weshalb ich mich vor zwei Jahren aus dieser schrägen Gemeinschaft abgeseilt hatte. Mein heutiger Freundeskreis steht im krassen Gegensatz zu meinem alten. Meine jetztigen Freunde sind disskusionsfreudig, manchmal schon wieder fast zu emotional und durch und durch offen. Unverblühmt wird alles angesprochen und hinterfragt. Also alles andere als die Tischfußballsekte, die Gefühlsausbrüche und persönliche Details ihres Lebens strikt verbietet.
Damals, als ich mich weigerte mein Leben anzunehmen, mich selbst verleugnete und verdrängte waren sie natürlich die perfekte Gesellschaft für mich. Aber heute, wo all das hinter mir liegt, erscheinen sie mir bemitleidenswert, wenn sie wieder die weiße Kugel von einer Ecke in die andere schieben und sich anschweigen.
Was für ein seltsamer, lehrreicher Abend. Ich habe in zwei Jahren nichts verpasst sondern nur dazugelernt.
Irgendwann nach dem vierten Bier, ich schon merklich angetrunken, meinte er, dass es doch schön wäre am Abend mit dem fünften Bier weiter zu machen. Gesagt getan, um neun Uhr stand ich wieder dort, wo ich vor zwei Jahren aufgehört hatte:
Im alten Stammlokal, zusammen mit Menschen, die ich früher als meine Freunde bezeichnet hatte und die ich seit auch genau zwei Jahren nicht mehr gesehen hatte.
Nach einer Stunde war mir klar, dass sich nichts, aber auch überhaupt gar nichts verändert hatte. Noch immer lag in keinem einzigen Wort auch nur ein Körnchen Tiefgang. Noch immer starrten sie auf die verdreckte Glasplatte des Tischfußballtisches, kippten ihre Biere und sprachen nichts. Ein Flashback der Superlative. Später am Abend, als ich mit Leuten redete, die ich eigentlich nicht kannte und P. mich fragte, ob sich etwas verändert hat (er selbst ist ja wie gesagt auch nur alle paar Monate zu Gast) konnte ich ihm keine klare Antwort geben. Sie hatten sich definitiv nicht verändert. Alles war beim alten geblieben.
Als ich dann später wieder in meinem Bett lag und diesen grauenvollen Abend Revué passieren lies, wurde mir wieder bewusst, weshalb ich mich vor zwei Jahren aus dieser schrägen Gemeinschaft abgeseilt hatte. Mein heutiger Freundeskreis steht im krassen Gegensatz zu meinem alten. Meine jetztigen Freunde sind disskusionsfreudig, manchmal schon wieder fast zu emotional und durch und durch offen. Unverblühmt wird alles angesprochen und hinterfragt. Also alles andere als die Tischfußballsekte, die Gefühlsausbrüche und persönliche Details ihres Lebens strikt verbietet.
Damals, als ich mich weigerte mein Leben anzunehmen, mich selbst verleugnete und verdrängte waren sie natürlich die perfekte Gesellschaft für mich. Aber heute, wo all das hinter mir liegt, erscheinen sie mir bemitleidenswert, wenn sie wieder die weiße Kugel von einer Ecke in die andere schieben und sich anschweigen.
Was für ein seltsamer, lehrreicher Abend. Ich habe in zwei Jahren nichts verpasst sondern nur dazugelernt.
sokipan - 6. Jan, 13:41
