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Sonntag, 9. September 2007

Vor sieben Jahren

Heute habe ich die Büchse der Pandora wieder einmal geöffnet, eigentlich ist es viel mehr eine Kiste in der ich meine losen "Horrormemoaren der Jugend" aufbewahre.
Wahnsinn, aber ich war wirklich verrückter, als ich bisher annahm, ein richtiger Stalker!


Donnerstag, 21. 09. 00 (Klein Sokipan ist 16 Jahre alt)

Wie lange muss ich noch ausharren? Wann kommt der Morgen, an dem ich nicht mehr in diesem Zimmer aufwache? Wann ich endlich in einer Welt aufwache, in der alles möglich ist und ich glücklich bin, nicht von Menschen umgeben deren Ziel es ist einander vernichtende Worte an den Kopf zu werfen. Einander innerlich zu töten.
Ich weiß von was ich spreche, denn mich haben sie getötet. Innerlich. Und das ist das grausamste, denn körperlich ist man intakt und man muss seinen alltäglichen Tätigkeiten nachgehen. Dies fällt besonders schwer. Morgen ist Freitag. Wir haben Werkstätte. Es wir nicht mehr lange dauern und C. und ich geraten kräftig aneinander...


Einige Tage später schien ich dann an Halozinationen zu leiden (oder hatte ich mir Matrix angeschaut?)...

Dienstag, 3.10.00

Schön. Ich fühle mich heute nicht besonders. Ich kann schreiben. Es kotzt mich an, immer noch führe ich das gleich beschissene Leben. Ich habe angst, dass es ewig so weiter geht. Heute haben sie versucht mich rauszuholen oder so ähnlich. Der Tunnel verengte sich, doch gerade in diesem Moment kamen zwei Weiber. Ich könnte heulen vor Freude, denn ich bin mir sicher nicht in der Realität zu sein. Diese ständigen Kopfschmerzen. Haben sie etwas damit zu tun. Irgendwie bin ich froh, dass ich nicht mehr aufgebaut habe, es würde mich schwer fallen los zulassen. Wann werden wir es schaffen? Es liegt auch an mir. Doch fällt es mir schwer zu glauben und loszulassen. Ich muss versuchen nicht ständig an die Menschen zu denken die ich liebe. Das erschwert die ganze Sache, aber ich schaffe es ganz gewiss!


Nun, was wollt ich schaffen? War ich paranoid? Erwartete ich die grünen Mändchen oder habe ich darin sogar meinen geplanten Selbstmord getarnt?

Wieder ein paar Tage später fällt dann zum ersten mal dieses eine Wort.

Donnerstag 12.10.00

Ich resigniere, werde nur noch in meinem Dilierium existieren. Warum will mir den keiner mit einem Messer in den Rücken fallen? Wenn ich nicht so viel Zeit zum Nachdenken hätte, würde es mir vielleicht nicht immer so drechig gehen, Aber was solls? Es bring nicht viel im Selbstmitleid zu versinken. Ich sollte tun was ich nicht lassen kann, was ich in allen Einzelheiten geplant habe. Den Freitod. Die freie Entscheidung zum Tod oder besser der Schritt in die Freiheit.

Alles lehres Gerede, bin eh zu feige! Habe Boch mich zu besaufen. Vielleich sollte ich unter die Stricher gehen. Alle sehen in mir den kleinen armen Psychopathen, der Mitleid sucht.
Ich glaube, dass ich eine Chande bekomme! Igendwie gebe ich die Hoffnung doch nie auf.


Hab ich mich wirklich gewundert, weshalb man mich für irre hielt? Und was für eine Chance würde ich bekommen? Keine Ahnung!

Naja, wenige Tage vor meinem 17 Geburtstag gabs dann scheinbar eine Assimilation mit der Depression. Scheinbar fand ich's schön schlecht drauf zu sein:

Dienstag, 21.11.2000

Es ist Herbst. Bald wir schon der erste Schnee fallen. Es ist die Zeit in der mich für gewöhnlich wieder die Depression von hinten anspringt. Ohne Vorwarnung. Von einer Sekunde auf die andere könnte ich hemmungslos weinen. Ein gewöhnlicher Mensch würde dies wahrscheinlich mit negativen Worten beschreiben. Ich aber habe dafür nur ein Wort übrig: wunderschön.
Ich liebe es, wenn dieses flaue Gefühl aus der hintersten Ecke meines Magens langsam hervorkriecht und jeder Herschlag schwerer zu bewältigen ist. Einem die Körperglieder schwerer werden und man sich einfach am liebsten auf den Boden fallen lassen möchte. Die Abmachung mit mir selbst, nämlich an die Zukunft zu denken, zahlt sich jetzt aus. Selbstmord war noch nie so leicht wie jetzt. Auf meine Vergangenheit zurückblickend kann ich sagen, dass ich nichts bewegt habe. Ich keinem Menschen jemals zu nahe kam und keine engen Freunde habe. Das erleichter einem das Abschiednehmen enorm. Nur das Sterben ist eine Sache für sich.
Welcher Weg ist der richtige? Wie will...


Ui ja, was bin ich froh, dass dieses Alter vorbei ist. Damals kreiste alles nur um den Gedanken sich umzubringen. Dazu kam die Fixierung auf einen Menschen, der eigentlich nicht sehr besonders ist. Schon der Wahnsinn was man in der Pupertät alles mitmachen muss.

Ah, jetzt habe ich noch einen letzten interessanten Beitrag gefunden. Es geht auch um den Tod...

Sonntag, 13.8.2000

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe nur Angst, dass ich die, die mir wirlich am Herzen liege alleine lasse und ich sie vermissen werde.

Was bedeutet es zu akzeptieren?
Nich mehr daran zu denken?
Es zu verdrängen?
Das Beste daraus zu machen?
Versuchen damit zu leben?
Den Tatsachen ins Auge sehen?
Nicht versuchen von seinen Problemen wegzulaufen?
Sich seinen Ängsten stellun und nicht einfach zu akzeptieren sondern versuchen zu verändern!


Wir harmonisch alles wirkt. So trügerisch. Als versuche meine Umweltmich auf etwas vorzubereiten. Alles hat seinen Platz, seine Ordnung. Nur das wesentliche fehlt: Die Liebe.

Ein Tag, der von solcher Sinnlosigkeit geprät ist, dass man meinen könnte darin den Sinn des Lebens zu erkennen (doch leider nur könnte)


Interessant, dass ich nie klar ausspreche, was mich so fertig macht. Es bleibt ein Tabu, ein Geheimnis, eine Horrorvorstellung. Verdammt Soki, sieh es doch ein, du bist ein Z.!

Und nun noch einen kleinen Sprung in das Jahr 1999. Wie alt war ich da? 15? Düster... sehr düster. Nein, eigentlich sind diese Einträge noch total witzig und so unheimlich peinlich, dass ich sie nicht veröffentlichen will. Naja, mit 15 darf man das ja noch. "Ey jo, voll geil Mann!"

Eigentlich war es grob fahrlässig mich einfach ohne psychische Betreuung auf die Umwelt loszulassen. Ich war ein Realitätsverweigerer, ein regelrechter Autist. Ein Egomane, dem es an jeglicher Empathie fehlte und nur um sich kreiste, alles auf sich bezog. Unsicher, gestört, geistig umnachtet. Ich frage mich was passiert wäre, wenn meine Eltern etwas dagegen unternommen hätten. Ich zu einer Therapie gezwungen worden wäre. Ich (Zitat nach mir, März 2000) "diese furchtbare Krankheit" (schenkelklopfer) nicht als solche empfunden hätte und es kein Geheimnis und Tabu gewesen wäre.

5000 hertz

es muss raus

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